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Selters statt Sekt als Siegerpreis von Birgit Lennartz aus der Laufzeitschrift

Marathon und mehr, Ausgabe Nr.6 September 2003

Wenn ein Veranstalter seinen Marathon mit der Bezeichnung Landschaftsmarathon bewirbt, dann sollte man als Herausgeber einer Laufzeitschrift für  den Landschaftslauf diesen gesehen und natürlich auch mal absolviert haben. Und so fuhren und  ich am Freitagmittag Richtung Nordosten. Bad Pyrmont, 20  Kilometer südwestlich von Hameln(im  Dreieck Bielefeld, Hannover, Kassel) ist ein niedersächsisches Staatsbad  mit Eisen- und Kochsalzquellen. Mittelpunkt des Badelebens ist der Brunnenplatz mit der Wandelhalle  und der Hauptquelle. Westlich davon ist die Helenen quelle zu finden. Vom Brunnenplatz erstreckt sich nach Süden die im  17. Jahrhundert angelegte Hauptallee mit dem angrenzenden Kurpark,  einer der größten in Europa. Mitreisende Partnerinnen hatten freien Eintritt u.v.m. in den Kurpark mit seinen prachtvollen Anlagen und mehrere hundert Jahre alten Alleen, einen Palmengarten mit 330 bis zu 11 m hohen Palmen und mehr als 400 tropischen und subtropischen Gewächsen.

Im Foyer des Konzerthauses zwischen Hauptallee – wo sich Start und Ziel befanden- und Kurpark, befand sich die Startnummernausgabe ab 10 Uhr. So hatten wir den Freitagabend für uns. Wir schlenderten durch die Stadt und trafen auch schon  einige Läufer, die das Pauschalwochenende (2 Ü/F, Startgeld, Besuch in der Hufeland-Therme) gebucht hatten.

Nachts regnete es und auch am Samstagmorgen sah das Wetter nicht so viel versprechend aus. Aber der Veranstalter und wir Teilnehmer hatten Glück und der Himmel hellte auf, so dass die Marathonläufer um 14 Uhr trockenen Fußes auf die Reise gehen konnten. 690 Höhenmeter waren zu bewältigen, allerdings gleichmäßig aufgeteilt, mit einem höchsten Punkt von 350 m ü. NN. Die Strecke führte über Gras-, Park-, Asphalt und befestigte Waldwege durch das schöne Weserbergland. Einige Streckenabschnitte wurden zweimal durchlaufen. Man hatte nie den Eindruck weit weg von Pyrmont zu sein, und an einigen Stellen boten sich wunderschöne  Ausblicke über das Pyrmonter Tal. 12 Verpflegungsstellen mit Wasser, Cola, Iso, erfrischenden Wassermelonen, Bananen, Müsliriegel, Joghurtschokolade und der Wald ließen einem das warme Wetter kaum spüren. Um 15 Uhr starteten die 20-Km-Läufer, um 15.10 die 10er und um 15.15Uhr der 4,1-Km-Jedermannlauf. Da diese Strecken natürlich auch auf unserem Kurs verliefen, hatten wir etwa zwischen Kilometer 20 und 25 etwas menschliche Abwechslung, um dann wieder in die Ruhe der Natur eintauchen zu können. Ab Km 30 waren dann die meisten Anstiege geschafft und ab Km 35 kannte man die Strecke vom Beginn und die letzten 5 Kilometer waren separat ausgeschildert. Bei Kilometer 40 wurde der Wald verlassen und es ging wieder auf das Kurparkgelände. Noch einen Blick auf das im 18. Jahrhundert neu erbaute Schloss der Fürsten von Waldeck und bald bog man auf die historische Hauptallee ein, konnte das Bad in der Menge auf den letzten 200 Metern bergab genießen. Der Sprecher, der selbst eine Strecke mitgelaufen war, versuchte jeden Läufer namentlich zu begrüßen. Schon um 18 Uhr fand die Siegerehrung der ersten drei Männer und Frauen statt. Die Ersten erhielten eine 3-Liter-Flasche Bad Pyrmonter Mineralwasser. Trotz kräftigen Schüttelns gelang es dem Ersten aber nicht daraus eine „Champagner-Dusche“ zu produzieren. Bis zum Hallenwellen- und Freibad waren es ca. 400 Meter. Auf dem Weg dorthin wateten die LäuferInnen durch die in der Mitte des Weges angelegten Wasserkaskaden und kühlten ihre Füße und Unterschenkel. Erfrischt nach dem Schwimmen konnte man  dann ab 19 Uhr bei der After-Run Pastaparty in der Wandelhalle die  Energiespeicher wieder auffüllen. Ebenso gab es die Möglichkeit mit verbilligtem Eintritt bis 22 Uhr die Hufelandtherme zu nutzen oder seine Reisekosten in der Spielbank wieder einzuspielen. Mir hat die familiäre Atmosphäre, die kurzen Wege, kein Gedränge, viel Platz und vor allem die Strecke sehr gefallen. Viele Wegeschilder und Abzweigungen auf der Strecke reizten mich zum Erkunden, und ein verlängertes Trainingswochenende hier werde ich bestimmt mal in Angriff nehmen.

Im 15. Jahr fand nunmehr der Brunnenlauf statt, aus dem MarathonläuferInnen für die nächsten Jahre rekrutiert werden ...könnten. Er bildet mit seinen 300 TeilnehmerInnen auch das größte Starterfeld unter den 1000 LäuferInnen.

Die große Anzahl der Nachmelder auf dieser Strecke sorgte für eine kleine Startverzögerung, die ich dazu nutzte, mit einem Teilnehmer, der bereits zum 9. Mal dabei war, zu reden. Er beschrieb, wie sich die Veranstaltung über die Jahre nicht nur teilnehmermäßig vergrößert hat sondern auch im Bereich der Organisations- und Betreuungsleistung stetig mitgewachsen ist. Mit Bernd Mecke hat die Laufgruppe des MTV Bad Pyrmont einen ehrgeizigen, versierten und stets  freundlichen „Macher“ gefunden, der diese Veranstaltung auch weiterhin behutsam aber stetig nach vorne bringen wird. Und in der Tat fand man kein richtiges Haar in der Suppe. Ob auf der Strecke oder im Ziel – man war versorgt.

Mit dem Foyer des Konzerthauses, ganz in der Nähe von Start und Ziel, bieten sich  - für alle – gute Bedingungen für den Vorlauf. Hell, geräumig, optimal.

Aber das größte Pfund ist sicher die Start- und Zielgerade – die Hauptallee. Ein Prachtboulevard, leicht ansteigend nach dem Start und gerade richtig abfallend für einen gutaussehenden Zieleinlauf.

Auf der Laufstrecke ist man eher mit sich und den MitläuferInnen allein, im Einklang mit der Natur, dem Rauf und Runter, dem Wechsel, aber ab dem Kurpark, aus dem man auf die Hauptallee läuft, brandet einem der Beifall von vielen hundert Händen entgegen. Es sind die Kurgäste, die zeitlich befristeten Einwohner des Ortes, die z.T. schon beim Start die zahlreichen Plätze in den Außenanlagen der örtlichen Gastronomie besetzt hatten und zwei Tassen Kaffee später die Rückkehrer nach getaner „Arbeit“ mit Applaus zum Ziel begleiteten.

®  UDO LOHRENGEL

Marathonläufer Hajime Nishi will immer als Letzter ins Ziel

Bad Pyrmont (weg). „Ich laufe garantiert noch weitere 50 Jahre regelmäßig Marathon – und hoffentlich noch 100.“ Hajime Nishi aus Japan nimmt an rund 39 Marathons pro Jahr teil. Sein Lebensziel ist es, immer als Letzter anzukommen. Und auch heute hofft er, seinen 263. Marathon, den Pyrmonter Brunnenlauf, in genau 5 Stunden, 29 Minuten und 59 Sekunden zu beenden – eine Sekunde vor der Höchstzeit.

Mary-Jana Wege im Gespräch mit dem „Vollzeit-Missionar“ und japanischen Marathonläufer Hajime Nishi, der am heutigen Brunnenlauf teilnehmen wird. Sein Ziel:Wieder Letzter zu werden.

„Vollzeit-Missionar“, so definiert der 53-jährige Japaner seinen Beruf. Seine Mission: Menschen dazu zu bringen, mit der Erde im Gleichgewicht zu leben. Hajime Nishi sieht sich selbst auch nicht einfach als Marathonläufer, sondern als „Ecomarathoner“, einen „Ökologischen Marathonläufer“. Während er läuft, genießt er es, im Einklang mit der Natur zu sein. Der einzige Grund für ihn zu laufen: „Weil das Laufen Teil des Gleichgewichts in meinem Leben ist“. Aus dieser Lebensphilosophie heraus hat der Sportler, Architekt, Fotograf, Autor und Geschäftsmann auch die gemeinnützige Gesellschaft „Ecomarathon International“ gegründet. Ziel der Organisation ist es, Umweltbewusstsein und Umweltschutz unter Läufern auf der ganzen Welt voranzutreiben. Hajime Nishi hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen aller Völker zum Marathon zu aktivieren – auch diejenigen, die von sich behaupten, nicht sportlich zu sein. Um das zu erreichen, schreibt der Japaner außerdem gerade an zwei Büchern. Ein „Reiseführer für Marathonläufer“ soll noch in diesem Jahr erscheinen. Das Buch soll Informationen über 250 verschiedene Marathons auf der ganzen Welt erhalten. Der Pyrmonter Brunnenlauf ist die letzte Station, die er in seinem Buch mit aufnehmen wird. Nishi informiert über die Attraktivität der Strecke, Luftqualität, ob es Leitungs- oder Mineralwasser an den Stationen gibt und ob der Läufer, der den meisten Müll auf der Strecke aufsammelt auch den größten Pokal bekommt. Nach diesen und mehr Kriterien hat der 53-Jährige auch eine Rangliste aller Marathonstrecken zusammengefasst. Die Liste ist im Internet unter http:// ecomarathon.org einzusehen. Der Tokioer verbringt ein bis zwei Monate im Jahr in Japan – die restliche Zeit fliegt er von einem Marathon zum nächsten. 1999 erhielt er vom Guinness Buch der Rekorde den Titel, als Schnellster – nämlich in 168 Tagen – Marathons auf sieben Kontinenten gelaufen zu sein. Einen Traum bewahrt sich der Idealist noch: „Ich würde gern einen Marathon in Bhutan laufen.“ Doch das Land vergibt jährlich nur 8500 Touristenvisa. Außerdem sind die Kosten so hoch, als wenn er an zehn Marathons in den USA teilnehmen würde. Seine Reisen zu den Marathonläufen in aller Welt finanziert Nishi von Ersparnissen, die er als erfolgreicher Geschäftsführer seiner Firma „Nishi-Films“ – eine Firma, die Lizenzen für Fitness-Videos vergeben hat – in 13 Jahren zur Seite gelegt hat. Vor allem ist er flexibel und schläft schon mal eine Nacht in einem Fünf-Sterne-Hotel und dann wieder wochenlang in Jugendherbergen. Aber er weiß ganz sicher: „Das Geld reicht für 50 Jahre.“ Wenn er mit 100 Jahren immer noch laufen kann, dann wäre er derjenige, der alle Marathonläufer auf seine Art besiegt hätte. „Dann wäre ich der perfekte Läufer, weil ich zwar nicht am schnellsten, aber am längsten von allen laufen würde.“

© Pyrmonter Nachrichten, 27.07.2002

750 Sportler beim Pyrmonter Brunnenlauf – alle waren Sieger

Bad Pyrmont (yt). „We are the champions“, „Wir sind die Champions“ – mit diesem Lied der legendären Rockgruppe Queen wurden die ersten Läufer empfangen, die beim 5. Internationalen Bad Pyrmonter Classic Landschaftsmarathon durch das Ziel kamen.

750 Bad Pyrmonter und Gäste aus ganz Deutschland und der Welt nahmen am diesjährigen Bad Pyrmonter Brunnenlauf teil und genossen die Atmosphäre der Kurstadt und die reizvolle Landschaft. Fotos: yt

„Aber Champions sind alle, die hier mitgelaufen sind“, befand Alexander Grosser, der die Wettkämpfe auf der Hauptallee moderierte. Und so sahen es auch die Zuschauer, die den Letzten genauso enthusiastisch anfeuerten, wie Ludger Garding, der zweieinhalb Stunden früher im Ziel ankam, als Hajime Nishi, der kurz vor der Ziellinie noch einmal abstoppte und ein paar Fotos machte, bevor er fast pünktlich auf die letzte Sekunde am Zeitnehmer vorbei joggte. Alle haben eine Riesen-Leistung vollbracht. Nicht nur dass sie eine Entfernung von 42,195 Kilometern gerannt sind, die Sportler haben dabei auch noch 690 Höhenmeter überwunden. Auch im 20-Kilometer-Lauf durften sich alle zu den Gewinnern zählen. Nur für den Gesamtsieger Oliver Lange gab es zunächst keinen Grund zum Jubeln, hatte sich doch Lothar Kurzbach über eine Abkürzung vor ihn geschoben und war als erster über die Ziellinie gerannt. Aber dem Helfer, der an der Spitze mit dem Fahrrad lang gefahren war, fiel der Betrugsversuch auf, so dass der unfaire Sportler von der Siegerliste gestrichen wurde und Lange den verdienten Ruhm auch erntete. Eine besondere Leistung schaffte Annette Notdurft, die den 4,1 Kilometer-Lauf in 16:18 Minuten zurücklegte und damit als erste Frau einen Gesamtwettbewerb in Bad Pyrmont gewann. Zuvor war die Triathletin mit dem Fahrrad von Hannover angefahren und nach dem Lauf eilte sie direkt ins Schwimmbad, um dort ihre Bahnen zu ziehen. Viel Spaß machte auch den Zuschauern der Lauf der „Bambinis“ durch die Hauptallee. Fast ein gesamtes Jahr dauerten die Vorbereitungen für den Lauf und auch am Samstag sorgten gut 100 Helfer für einen reibungslosen Ablauf. Da galt es, Anmeldungen anzunehmen, Startnummern auszuteilen, die Verpflegungsstellen zu besetzen und für alle Wünsche der Sportler bereitzustehen. Und wie bravourös das Team um Bernd Mecke alle Hürden genommen hat, davon zeugten die Lobesworte der 750 Sportler. Die Begeisterung für den Bad Pyrmonter Brunnenlauf hat schon Tradition. So kommen Jahr für Jahr immer noch mehr Sportler aus der ganzen Welt, um die Atmosphäre und die reizvolle Landschaft hier zu genießen. Neben Hajime Nishi aus Tokio fanden sich auch Läufer aus Amerika, Schweden, Irland, England und Holland ein. Gerne wurde auch der Service der m&i Fachschule für Physiotherapie angenommen, sich einmal massieren zu lassen. Nachdem die Teilnehmer die Ziellinie passiert hatten, freuten sich alle; jeder auf seine Art und Weise. Für Gerd Rudi Papcke war der Einlauf nur noch Statistik: Es war sein 198. Marathon. Glücklicher zeigte sich Kurt Gebhard, der einen Tag vor seinem 50. Geburtstag seinen 100. Lauf vollendete. Erleichterung und Freude auch bei den 206 10-, den 289 20- sowie den 76 4,1-Kilometer-Läufern, die sich nach dem Zieleinlauf mit Pyrmonter Wasser erfrischten, bevor sie sich nach den Zeiten ihrer Kollegen erkundigten und in alle Richtungen Glückwünsche verteilten.

© Pyrmonter Nachrichten, 29.07.2002

Weit über 1000 sollen in Bad Pyrmont starten

Marathon und Brunnenlauf am 24. Juli

Bad Pyrmont (jl). Ein paar Wochen gehen zwar noch ins Land bis zum „7. internationalen Bad Pyrmonter Classic Landschaftsmarathon“. Und doch dürfte sich mancher schon jetzt warmlaufen für das Sportereignis, das die MTV-Laufgruppe am Samstag, 24. Juli, auf die Beine stellt.

Allerdings kommen bei dem Wettstreit nicht nur die ganz Harten auf ihre Kosten, sondern auch normalsportliche Menschen. Denn zeitgleich mit dem Marathon findet auch der „16. Brunnenlauf“ mit drei Strecken-Längen statt – von 4,1 über zehn bis hin zu 20 Kilometern. Obendrein ist erstmals auch Walken im Angebot. Zudem steigt auf der Hauptallee wieder der „Bambinilauf“; hier kann jedes Kind (bis acht Jahre) spontan mitmachen.

Zur Teilnahme haben sich bisher rund 150 Lauf-Fans aus dem In- und Ausland (ein Sechstel davon Marathon-Läufer) angemeldet – das ist nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Starter-Zahl, die Organisator Bernd Mecke (39) erwartet. Denn der MTV-Laufgruppen-Leiter weiß: Sportler sind oft kurz entschlossen. Und: „Vor allem beim 20-Kilometer-Lauf wollen viele mitmachen.“

Nun wartet Mecke noch auf die Startnummern, die er bestellt hat. Das Besondere daran: Jede Nummer wird einen Chip enthalten. Der übermittelt automatisch und superkorrekt die Laufzeit jedes Starters. Zudem gibt das Zeitnahmesystem jedem die Chance, sich hinterher daheim am Computer seine Zeit auszudrucken; bisher gab's Urkunden nur für die Besten.

Und noch ein Plus: Die Pasta-Party findet diesmal ab 18.30 Uhr im Zielbereich statt – damit auch der letzte Läufer nicht ganz unbeachtet seine letzten Schritte tut. Tagsüber bieten dort Physiotherapie-Schüler der m+i-Klinik Massagen für die Läufer an.

Wer sich bis 20. Juli für den Marathon anmeldet, zahlt 20 Euro (am Tag selbst 25 Euro; die kurzen Strecken kosten bedeutend weniger). Meldungen nimmt Bernd Mecke per Fax (05281 / 94945108) oder übers Internet (Homepage: www.BadPyrmont-Marathon. de) entgegen. Auskünfte gibt''s unter Telefon 05281 / 949108 (mo.-fr.: 8 bis 16 Uhr).

 

© Pyrmonter Nachrichten, 19.06.2004

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