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Bericht von marathon4you.de:

01.08.06 | Bad Pyrmonter Classic Marathon Wieder Sieg für Nicole Bornhütter Quelle: Norbert Ebbert

„Duschen“ der örtlichen Feuerwehr

Wer nach den vielerorts schweren Gewittern am Vorabend auf die ersehnte Abkühlung gehofft hatte, wurde enttäuscht. Es wurde einer der heißesten Marathonläufe, die Bad Pyrmont je erlebt hat. Startbeginn war dieses Mal 13.00 Uhr, nicht wie in den Vorjahren 14.00 Uhr. Auf die äußeren Bedingungen hatte die Zeitverschiebung jedoch keine spürbaren Auswirkungen. Heiß bleibt heiß.

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© marathon4you.deFertigmachen zum Hitzerennen

Aber trotz Hitze war es wieder eine gelungene Veranstaltung. Die Läufer/innen wurden auf der Strecke und im Ziel ausreichend mit dem begehrten kühlen Nass versorgt, willkommen waren insbesondere die „Duschen“ der örtlichen Feuerwehr, die den Läufern schon auf der Strecke den Schweiß nahmen. Und wer erst einmal in den Wald mit seinen hohen Buchen eingetaucht war, empfand die Hitze trotz der 690 Höhenmeter als gar nicht mehr so dramatisch. Da konnte man sich wieder ganz auf einen schönen Sommerlauf konzentrieren.

Nach dem Lauf wurde jeder/m Finisher/in nicht nur eine Rose überreicht, sondern erstmals einen Trinkbecher aus Glas spendiert. Außerdem stellte der Veranstalter eindrucksvoll unter Beweis, dass er technisch auf der Höhe der Zeit ist: Jede/r Finisher/in konnte sich nach nur kurzer Wartezeit seine/ihre Urkunde mit aktuellem Finisherfoto (2 Fotos standen zur Auswahl) drucken lassen. Dies dürfte in Deutschland wohl einmalig sein!

Erfreulich ist auch der Anstieg der Finisherzahlen (199) gegenüber dem Vorjahr (163). Dies ist immerhin eine Steigerung um mehr als 20 %, wenn auch von einem vergleichsweise niedrigem Niveau. Anderenorts sinken oder stagnieren auch bei kleinen Läufen die Teilnehmerzahlen. Sicherlich hat sich die Cup-Wertung „Mikes Sportshop Marathon-Tour“ hier positiv ausgewirkt. In die Wertung fließen insgesamt die Ergebnisse von vier Läufen ein: Lage-Hörste, Bad Pyrmont, Humfeld und Bad Salzuflen (2007). Die drei besten Resultate zählen.

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© VeranstalterSiegerehrung

Trotz der Hitze waren die Zeiten nicht schlechter als im Vorjahr. Bei den Männern siegte Prapat Bogusch aus der Schweiz in 2:48:18,9 vor Marco Diehl, dem Vorjahressieger, der nach seinen zahlreichen Starts in diesem Jahr mit 2:51:11,2 das Vorjahresergebnis (2:47:26,9) nicht ganz erreichte.

Bei den Frauen konnte schon zum zweiten Mal in Folge die Lokalmatadorin Nicole Bornhütter triumphieren, die in 3:20:52,8 finishte und damit ihre Siegerzeit aus dem Vorjahr um knapp 10 Minuten verbessern konnte.

Ein ausführlicher Laufbericht ist in Vorbereitung

Die Ergebnisse im Einzelnen:


Männer

1. Prapat Bogusch (Sri Chinmoy Marathon) 2:48:18,9
2. Marco Diehl (LT Butzbach) 2:51:11,2
3. Frank Balzer (VFB Fallersleben) 2:56:10,2

Frauen

1. Nicole Bornhütter (Mikes Sport Shop) 3:20:52,8
2. Britta Schulz (VfL Suderburg) 3:32:59,1
3. Angela Kuhlmann (Glashütte) 3:36:08,4

Bericht von marathon4you.de:

29.07.06 | Bad Pyrmonter Classic Marathon

Flotte Sohlen statt Siesta

Autor: Norbert Ebbert

„In Bad Pyrmont läuft nicht nur das Wasser!“

 Zum 9. Mal luden Bernd Mecke und seine Mitstreiter/innen unter diesem Motto zum Marathon ein: Und in der Tat läuft dort nicht nur das Wasser. Vor allem schießen da die Schweißperlen aus den Poren und dies schon allein beim Blick auf die Startzeit. Gestartet wird um 13.00 Uhr, zu einer Zeit also, wenn andere, sofern sie überhaupt den Weg nach draußen finden, die Schwimmbäder oder Seen durchpflügen oder einfach nur an einem schattigen Plätzchen ein kühles Bier genießen. Nein, ich will nicht so weit gehen und behaupten: Wir Läufer genießen das Ozon. Außerdem könnte es dieses Jahr vielleicht etwas kühler als in den letzten Jahren werden. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Also auch in diesem Jahr wieder auf ins Weserbergland. Und auch in diesem Jahr wurde wieder nichts aus dem Traum einer Abkühlung. Die Pyrmonter scheinen für ihre Veranstaltung ein Hitze-Abo gebucht zu haben.

Manchmal frage ich mich, was eigentlich das Belastende an einem Marathonlauf ist, die Fahrerei oder der Lauf selbst. In diesem Jahr ist die Antwort einfach: Da ist erst ein Teilstück Autobahn gesperrt, und ich werde gezwungen kilometerweit Umleitungen zu fahren, dann habe ich das Gefühl, dass in den Ortschaften gerade die Hauptdurchfahrtstrassen umgegraben werden. „Umleitung“ heißt das zurzeit bestgehasste Wort. Ich warte noch darauf, irgendwo das erste Schild mit der Höchstgeschwindigkeit 7,5 zu sehen. Und dann noch der Satz „Wir danken für Ihr Verständnis!“ Nein, ich muss gestehen, dieses Mal war ich schon platt, bevor ich auch nur einen Schritt aus dem Auto getan habe. Um etwaigen Spekulationen vorzubeugen: Ich bin nicht zu schnell gefahren und habe mir kein Bußgeld eingefangen! Gott sei Dank gab es keine Umleitung zu den Parkplätzen. Hier ist alles wie gehabt. Am Stadion ist immer noch ein Platz frei.

Mühsam krieche ich aus dem Wagen und schleppe mich die untere Hauptallee hoch zur Startnummernausgabe. So schön diese Strecke auch ist – das Wasser plätschert abwärts, dazu klassische Musik aus Lautsprechern -, ich nehme in diesem Jahr kaum Notiz davon. Keine Frage, ich bin, um es einmal vorsichtig auszudrücken, nicht in bester Stimmung und will einfach nur loslaufen. Die Startnummern werden wie immer im Foyer des Konzerthauses ausgegeben, und es ist wohl der einzige Lauf in Deutschland, bei dem der Veranstalter die Läufer über einen schmucken Teppichboden laufen lässt. Die Stimmung im Startbereich ist bestens, und so langsam hebt sich auch meine Stimmung. Nach wenigen Minuten geht es los.

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© marathon4you.de

Die ersten Kilometer sind in Bad Pyrmont die schwierigsten, o.k., mit dem Zusatz: bei diesem Wetter. Die Sonne schlägt gnadenlos zu. An den Kornfeldern vorbei weht ein leichter „Weserbergland-Passat“ ins Gesicht. Und dann ist endlich der Wald erreicht. Und ab jetzt wird ständig im oder am Wald, also im Schatten, gelaufen, und jetzt beginnt der lange Streckenabschnitt, der diesen Lauf so laufenswert und den Pyrmonter Marathon zu Recht so beliebt macht. Diese hohen Buchen, der weiche Waldboden, die humanen Anstiege, die wunderschönen Ausblicke in das Tal,  der unvergessliche Sommergeruch und nicht zuletzt die fantastischen Bergabpassagen, auf denen man „es so richtig schön laufen lassen kann“. Das muss man erlebt, das muss man genossen haben. Ich denke an eine Zeile aus Schillers Bürgschaft:  „Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün, und malt auf den glänzenden Matten der Bäume gigantische Schatten.“ Er muss den Wald um Bad Pyrmont gemeint haben. Einfach traumhaft. Einmal musst Du nach Bad Pyrmont…

Einen ziemlich giftigen Anstieg etwa ab km 22 will ich nicht verschweigen, oder sollten es zwei sein (ein kleiner bei km 30), aber das war’s dann auch, was den Kreislauf so richtig in Anspruch nimmt. Und die gute Verpflegung an 12 Stationen (sowohl in flüssiger als auch in fester Form) tut ihr übriges, damit dieser Lauf in angenehmer Erinnerung bleibt. Da kommt auch bei Hitze kein Durstgefühl auf. Km-Anzeigen gibt es nur jeweils 5er Abschnitten mit Ausnahme der letzten 5 km, die einzeln gekennzeichnet sind. Und hier kann man so richtig schön auslaufen bzw. zum Endspurt ansetzen. Auf den letzten 200 Metern - an den Straßencafés vorbei - ist der Applaus garantiert. Im Ziel gibt es für jede/n eine Rose und –erstmalig - einen Finisherbecher aus Glas. Es gibt reichlich zu essen und zu trinken (Gemüsebrühe, Melonen, Bananen, natürlich Bad Pyrmonter Wasser). Und das sogar unaufgefordert. Ich lehne mich an eine Holzbank und werde gefragt, ob ich einen Becher Gemüsebrühe möchte: Ja, aber sicher! Es ist Anneliese Spieß, die weiß, was ein/e Finisher/in jetzt braucht. Es geht mir bestens. Die Anfahrt ist vergessen.

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© marathon4you.deAnneliese Spieß in ihrem Element

Wer möchte, kann sich auch massieren lassen (nicht von Anneliese, sondern von den Masseur/inne/n der örtlichen Physiotherapieschule). Und – auch das ist neu – jeder erhält seine Urkunde mit aktuellem Finisherfoto schon kurz nach dem Zieleinlauf. Nur das Datum fehlt auf der Urkunde.

Mit seinen 690 Höhenmetern ist der Lauf nicht unbedingt prädestiniert für Anfänger. Doch auch sie gibt es in Bad Pyrmont: Einer von Ihnen ist Andreas de Groot vom TV Stadtodendorf, der von Hause aus Handballer ist. Er finisht in 4:05:24,3. Längere Zeit stand außer Handball nur Krafttraining auf dem Programm, jetzt will er seine Ausdauer verbessern. Er macht überhaupt keinen erschöpften Eindruck.

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© marathon4you.deAndreas de Groot ist mit seinem ersten Lauf sehr zufrieden

Auch Jürgen Siebert läuft seinen ersten Marathon und finisht in 4:08:48,7. Er hat schon eine Reihe von 20km-Läufen hinter sich und fühlte sich auf dieser Strecke zunehmend unterfordert, meinte nach dem Lauf aber, dass er sich jetzt leicht überfordert fühle. Einen zweiten Marathon wird es für ihn so schnell nicht geben: Keine Sorge, dies sagt jeder 5 Minuten nach dem Lauf.

 Die Mehrzahl der Läufer sind alte Hasen, die hier nicht zum ersten Mal laufen, sondern treue Stammkunden sind. Zum Beispiel Johann Spieker und Otmar Rüdig, beide vom 100MC, die hier ihren 148. bzw. 216. Marathon liefen. Überhaupt ist der 100MC in Bad Pyrmont traditionell stark vertreten, wie er überhaupt seine größten Fans eher im Norden und der unmittelbaren Umgebung zu haben scheint. Verständlich, denn Im Süden hat er ja gegen eine starke Konkurrenz anzukämpfen: den Swiss Alpin Davos Marathon.

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© marathon4you.de Johann Spieker (472) und Otmar Rüdig nach einem ihrer Lieblingsläufe

Fazit: Der Marathon in Bad Pyrmont ist zu Recht sehr beliebt. Die Organisation ist perfekt, die Strecke einmalig und auch bei Hitze noch angenehm zu laufen. Was will man mehr?

Bericht von lauftreff.de:

29.07.06 | Bad Pyrmonter Classic Marathon

Autor: Wernher

Zu diesem Marathon hatte ich mich recht kurzentschlossen angemeldet. Keine direkte Vorbereitung, Mitte Mai war ich meinen 3. Marathon gelaufen, seitdem zwei 30er im Training und 2 Wochen vor diesem WK eine Radtour über 195 km. Ich ging also davon aus, dass ich den Marathon - wenn auch nicht auf Tempo - zumindest locker durchlaufen kann. Da ich bei den 3 vorherigen Marathons stets erhebliche Leistungseinbrüche hatte, wollte ich diesmal auch besonders verhalten starten, um Erfahrung zu sammeln, wie sich das dann gegen Ende des Laufes entwickelt.
Wettermäßig hatte ich mir ein Limit von 30° C gesetzt (sonst wäre ich zu Haus geblieben), angesagt waren 26-29°C, im Waldschatten im Berg ist es dann immer noch ein paar Grad kühler, aber um die Uhrzeit (Start 13 Uhr) waren es dort mindestens 25°C.
Die ersten 4 km führtendurch die Sonne, daher wurde die erste Verpflegung nach 5 km schon sehnlich erwartet. Dort war sogar eine riesige \"Dusche\" auf dem Weg aufgebaut, ich meine es war ein Feuerwehrschlauch o.ä., durch dessen Sprühfontaine man je nach Wunsch gar nicht, etwas oder ganz durchlaufen konnte. Übrigens eine super Organisation dieses Laufes, insgesamt 12 x Verpflegung unterwegs, immer gut ausgestattet.
Ab km 4 bis km 40 ging es fast komplett durch den Waldschatten, sehr angenehm zu laufen. Die 690 Höhenmeter verteilen sich sehr gleichmäßig, so gut wie nie ist es steiler als 5%. Dennoch ist es ein hartes Profil, denn die meisten Höhenmeter kommen erst ab km 23 und dann geht es bis km 39 immer wieder rauf. Die Streckenführung erinnert an einen Irrgarten; auf einem recht kleinen Terrain (vielleicht 1 x 5 km Fläche) läuft man immer wieder hin und her, verschiedene Schleifen vor und zurück und quer, kommt immer wieder an dieselben Stellen (sieht sowieso fast überall gleich aus) und meint am Ende, sich auf einer Endlosschleife zu befinden. Das Läuferfeld war ab ca. km 25 aber so weit auseinandergezogen, dass ich manchmal niemanden mehr sah und mich fragte, ob ich mich nicht verlaufen habe. Die Ausschilderung war aber sehr gut, auch wenn mir an manchen Stellen Streckenosten lieber gewesen wären.
An den Verpflegungsstellen nahm ich jeweils 1 Becher Iso und 2 Becher Wasser (mittlerweile schaffen ich das im Laufen), das ich z.T. über mich goss, trank 11 x ca. 350 ml (letzte VP nichts). Es wurde das obligatorische Pyrmonter Mineralwasser angeboten, leider mit etwas Kohlensäure. So nahm ich unterwegs einiges zu mir, was ich bisher nicht gewohnt war: Kohlensäure, Iso, 2 Powerchips (Werbegeschenke) bei km 25 und 33, eine Joghurette (aufgeteilt in kleine Bisse mit mehren km Abstand), Bananenstücke. Das führte dazu, dass ich manchmal meinte, Probleme im Magen/Darm zu bekommen und mich etwas unwohl fühlte. Das Befinden war ab km 25 recht wechelhaft, die Nahrungszufuhr verursachte anscheinend sowohl die Unpässlichkeiten als auch dann wieder Energieschübe. So konnte ich trotz kurzer pessimistischer Phasen, in denen ich meinte, die Kräften verließen mich, doch fast den erhofften 6er-Schnitt durchlaufen.
Das Erstaunlichste und Positivste waren die letzen drei km: Beim Schild \"noch 3 km\" (bei 4:03:45) rechnete ich aus, dass ich einen Schnitt von 5:20 laufen müsste, um eine neue PB (alte = 4:20) zu erzielen. Angestochen wie von der Tarantel rannte ich euphorisch los und überholte noch einige Läufer. Ich stellte mir vor, ich würde ein 3000m-Intervall laufen, das ich üblicherweise in ca. 4:50/km absolviere. Da es auf diesem Endstück immer leicht bergab ging, hatte ich Hoffnung, die neue Pb zu schaffen. Als das Ziel in Sicht kam, zeigte die Uhr 4:16 - ich konnte es kaum glauben: Im Ziel 4:17:55, d.h. auf den letzten 3 km einen Schnitt von 4:43! Offenbar war ich das Rennen nicht am Limit gelaufen. Wegen des Endspurts war ich dann erst mal ganz schön platt, insgesamt fühle ich mich heute (Sonntag, 20 Stunden später) schon wieder ganz ok und will gleich meinen Wunden-lecken-Lauf machen.
Einen Dank an die Veranstalter für eine liebevolle und professionelle Organisation von Läufern für Läufer!
km-Split:
5 - 31
10 – 1:01
15 - 1:29
20 – 2:01
25 – 2:33
30 – 3:06
35 – 3:36
39,2 – 4:03:45
42,2 – 4:17:55

Brunnenlauf begeistert 1200 Starter: "Eine tolle Strecke und ein wunderbares Ambiente"

Marathon-Sieger muss sich sputen, um seinen Zug zu erwischen / Vorgänger verpasst Startschuss

Bad Pyrmont (kf). Der Sieger des 9. Pyrmonter Classic Marathonlaufs hatte es nicht nur auf der Strecke eilig. Prapat Bogusch, der 35-jährige Laufspezialist aus Chisinov in Moldavien, stand nach der Siegerehrung mächtig unter Zeitdruck, denn er wollte den 17-Uhr-Zug nach Hannover erwischen. Von dort aus ging es gleich weiter in die Schweizer Wahlheimat.


Einmal im Jahr gehört die historische Hauptallee den Läufern. Hier jubeln die Zuschauer dem Riesenpulk der 20-Kilometer-Starter zu. Fotos: lp

Die Wiederholung des Vorjahressieges verpasste hingegen Marco Diehl. Der Routinier aus dem hessischen Butzbach verpasste tatsächlich den Start, denn er ging erst vier Minuten später auf die Strecke. Am Ende fehlten ihm knapp drei Minuten zum großen Coup.

Für Furore sorgten wieder einmal die "Unbestechlichen". Die Schultz-Familie aus Bielefeld war diesmal wieder im Sechserpack nach Bad Pyrmont angereist. Auf der Siegerliste des Marathons tauchte der Name Schultz dann auch gleich dreimal unter den Top-Ten auf.

Der Pyrmonter Marathon konnte viele Starter aber nicht nur sportlich begeistern. Aus dem Münsterland war Adelheid Grumbach zum ersten Mal angereist. "Eine tolle Strecke und ein wunderbares Ambiente", lautete ihre Bilanz nach dem Zieleinlauf. Das Hotel-Angebot, das der Veranstalter parallel mit der Ausschreibung anbot, nutzte die Läuferin, die Bad Pyrmont nun auch für 2007 in ihren Laufkalender eintragen wird, gleich zu einem Wochenend-Aufenthalt. Als "Dauerrenner" kommt seit vielen Jahren Hermann Kunze in die Hauptallee. Für den 60-jährige Emmerthaler ist die 10-Kilometer-Strecke Standard geworden. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad jubelte der Oldie: "Persönliche Bestzeit - einfach Spitze!"

Dass man den Brunnenlauf nicht ohne zwingenden Grund aus dem Terminkalender streicht, machte Monika Widany von der Laufgruppe des TuS Lügde deutlich. Selbst ihr 41. Geburtstag hielt die Hobbyläuferin nicht vom Start auf der 20-Kilometer-Strecke ab.

Der erhoffte Teilnehmer-Rekord blieb zwar aus. Doch mit 1200 Startern konnte die Rekordzahl des Vorjahres immerhin gehalten werden.

Allein die Zahl der Zuschauer, die es statt an die Strecke wohl doch eher ins benachbarte Freibad zog, war rund um die historische Hauptallee diesmal deutlich rückläufig. 

© Pyrmonter Nachrichten, 31.07.2006

 

"Bad Pyrmont bewegt sich" - der Marathon tut auch dem Image gut

MTV-Team freut sichüber begeisterte Resonanz bei den Sportlern

Bad Pyrmont (sh). "So rund wie dieses Jahr lief's noch nie!", freut sich Bernd Mecke - und er hat auch allen Grund zum Jubeln. Denn von allen Seiten hat der Organisator des Pyrmonter Brunnenlaufs nur begeisterte Rückmeldungen bekommen. "So viele Anmeldungen wie dieses Jahr gab es noch nie", berichtet der Leiter der MTV-Laufgruppe stolz. Besonders der Marathonlauf lockte viele neue Sportler.


Dr. Stefan Kalle (li.) und die Rettungsdienst-Mitarbeiter sowie die DRK-Freiwilligen unter Leitung von Detlef Grollmann hatten nicht viel zu tun, denn die Sportler waren auf das Wetter eingestellt.

Dass es dann schließlich doch nicht zum erhofften Teilnehmerrekord reichte, lag seiner Meinung nach am heißen Sommerwetter. "Über 100 angemeldete Läufer sind nicht erschienen", nennt Mecke eine mögliche Ursache für die im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich geringere Zahl der 10- und 20-Kilometer-Läufer. Doch das schmälert seine Freude kaum. Denn: "Der Brunnenlauf entwickelt sich immer mehr zu einem überregional bekannten Sport-Event. Der Anteil an Marathon-Teilnehmern von außerhalb lag am Wochenende bei etwa 70 Prozent."

Ein Erfolg, der Jürgen Drescher besonders freut. "Touristisch gesehen ist der Brunnenlauf ein durch und durch positives Event," lobt der Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH. "Viele Läufer haben ihren Pyrmont-Aufenthalt zu einem Kurzurlaub verlängert, um die Stadt besser kennen zu ler- nen." Davon profitierten nicht nur Hotellerie und Gastronomie, sondern auch das Image der Stadt.

"Bad Pyrmont bewegt sich, die Straßen werden belebt, eine junge, frische Atmosphäre entsteht," freut sich Drescher. Auch international steigert der Lauf den Bekanntheitsgrad der Stadt. So startete mit dem Iren Peter Ferris sogar ein von den britischen Kronprinz Charles ausgezeichnetes "Member of the British Empire" beim Kurstadt-Marathon - und das zum dritten Mal.

Und auch das Wetter meinte es besonders gut. Zwar wurden Teilnehmer wie Zuschauer ordentlich ins Schwitzen gebracht. "Trotzdem war es aus medizinischer Sicht ein unerwartet ruhiges Ereignis", resümiert Dr. Stefan Kalle, der die Betreuung der Läufer übernommen hatte. "Es gab nur einen hitzebedingten Notfall, bei dem ein Läufer kollabierte und ins St. Georg Krankenhaus gebracht werden musste. Ansonsten hatten wir nur Kleinigkeiten wie Insektenstiche zu behandeln." Begründet werden könne dieser erfreuliche Verlauf nur durch den verantwortungsbewussten und vorbildlichen Umgang der Läufer mit dem Wetter. "Viel trinken und immer wieder Abkühlen ist das A und O", sagt Dr. Kalle. Ermöglicht wurde die regelmäßige Wasserzufuhr durch die zahlreichen freiwilligen Helfer, die an etlichen Streckenposten für das Wohl der Sportler sorgten - und durch die Holzhäuser Feuerwehr, die ihr Löschfahrzeug zur spritzigen Dusche umfunktionierte.

Und eben jene von den vielen Ehrenamtlichen auf die Beine gestellte "Spitzenorganisation" in Kombination mit der gelungenen Pasta-Party samt Livemusik und Cocktails war es, die das Sport-Event für viele Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat. So brachte es gestern der Marathonläufer Michael Fittkau aus dem nordrhein-westfälischen Lünen in seiner Dankes-Mail an Mecke auf den Punkt: "Eine rundum gelungene Veranstaltung, mit der Ihr Euch sehen lassen könnt. Weiter so!"

© Pyrmonter Nachrichten, 01.08.2006

Bericht BFA

© Zeitschrift “echo” der Deutschen Rentenversicherung, 03/2006

(c) Mecke 2008